26.1.2013 ein neuer Lungenriss!

Einer dieser Tage der schon scheiße beginnt, kann nur so enden. Wie auch der 26.1.2013!

 

Ich saß abends telefonierender Weise auf meinem Stuhl und verspührte nichts ahnend einen stechenden Schmerz im Rücken. Naja dachte ich, hast dir nen Nerven eingeklemmt. Falsch bewegt man weiß ja nie!

Ab ins Wohnzimmer wo ich zu nem Kumpel meinte das ich mir warscheinlich nen Nerven eingeklemmt habe. Zurück in meinem Zimmer schloss ich die Tür und merkte das ich plötzlich kaum noch Luft bekam.Über msn schrieb ich mit einer Bekannten und schrieb ihr wie ich mich gerade fühlte. Mein Mitbewohner der ja Rettungssanitäter ist, war gerade auf einer Bereitschaftsfahrt und somit nicht zuhause. Ich rief ihn also an und schilderte ihm meine Sympthome. Mit der Anweisung er solle ein Stetoskop und die Blutdruckmanchette mitbringen beendeten wir das Gespräch. Die Schmerzen die sich in der Zwischenzeit dazu gesellten, strahlten in Arm und Rücken aus und ich wusste nicht wohin mit mir. Die Luft wurde immer knapper...

 

Mein Mitwohner kam dann nach Hause um nach mir zu schauen. Er hörte meine Lunge ab und wir beschlossen ohne langer Disskusionen, wie auch ohne Luft, ins nächste Krankenhaus zu fahren. Unterwegs verschlechterte sich mein Zustand rapide so das ich nur noch 80% Sauerstoff im Blut hatte und mein Puls bis auf 49 sank. Im Krankenhaus dann die Diagnose: PNEUMOTHORAX!

 Ja ihr lest richtig, mein zweiter Pneumothorax innerhalb von 1 Jahr und 6 Tagen. Ich wurde direkt Notoperiert und bin mit einer Drenage an der linken Seite wieder auf gewacht. Auf der Station hatte ich eine total nervige Bettnachbarin die zu alles und jedem ihren Senf geben konnte und immer einen "klugen Rat" von sich gab. Zwei Tage nach dieser Diagnose wurde mir dann von Chefarzt mit geteilt das ich verlegt werden musste, da sie eine Operation für umungänglich hielten. In diesem Moment brach für mich eine Welt zusammen. Ich wollte mich nicht aufschneiden lassen, keine Vollnarkose und auch keine andere Klinik!

Aber auch an dieser Eingangtür hatte ich mein Mitspracherecht abgegeben und so wurde ich kurze Zeit später mit einem Intensivtransport und dem dazu gehörigen Notarzt verlegt. Die Fahrt war sehr angenehm so das ich kurz Zeit hatte mir alles durch den Kopf gehen zu lassen. Neuer Lungenriss - andere Seite - neue Klinik - OP!

Meine Verzweiflung wuchs von Sekunde zu Sekunde und das Wissen das ich aus dieser Situation nicht wieder raus kommen würde machte es nicht schöner. In der neuen Klinik angekommen erwartete mich eine 92 jährige Bettnachbarin die schwer hörte. Oh man es konnte doch nicht noch schlimmer werden. Wir verstanden uns jedoch relativ gut. 

Nachmittags kam dann meine behandelnde Ärztin ins Zimmer und erklärte mir, dass sie mich operieren müssten damit ein erneuter Lungenriss nicht mehr passieren könne. Ob ich das wollte oder nicht, es schien beschlossene Sache zu sein. Ihre Erklärung klang wie folgt: Wir nehmen die Schlüssellochtechnik, dabei machen wir zwei kleine Schnitte und führen darüber unsere Intrumente in Ihren Brustkorb ( in meinen Brustkorb?! o.O ), dann lassen wir Ihren Lungeflügel komplett einfallen und beatmen die rechte Lungenhälfte maschinell ( bitte was?! WTF!!! ), wenn wir die Bläschen entfernt haben, entfernen wir gleich auch noch das Rippenfell um die Lunge und die Rippen zu verkleben ( ähm Uhu Pattafix tut es auch, bitte was wollt ihr tun?!?!?!?! ).

Abends kam der Anestesist und somit war es beschlossen am nächsten Tag sollte der geplante Coup starten. Die Nacht davor war der reinste Horror für mich, mal abgesehen davon das ich Schmerzen hatte und mich eh nicht drehen konnte, wusste ich das ich am nächsten Tag operiert werden sollte. Ich überlegte mir dann kuzer Hand das es egal ist ob ich schlafe oder nicht, die Ärzte sorgen schon dafür das ich morgen schlafe ob ich will oder nicht.

Am nächsten Tag nach der OP hatte ich starke Schmerzen. Sie hatten die Drenage verlegt und jetzt hing sie zwei Rippen weiter unten und zog auch dementsprechend. Der operierende Arzt kam mich einige Stunden später besuchen und erklärte mir, das die Drenage jetzt 3 Tage drin bleiben muss und dann wollten sie abklemmen und ein Rötgenbild machen.

 An dieser Stelle möchte ich die ganze Geschichte mal verkürzen und muss euch ja nicht erklären was ich für schreckliche Schmerzen hatte.

Ein Zwischenfall der relativ interessant ist kommt jetzt. Morgens bei der Weckphase erblickte ich eine rothaarige Schwester die mir meine Tabletten auf den Tisch stellte. Ich bat sie mir evtl eine Umlagerungshilfe zu geben damit ich nicht durchgängig auf meinem bereits wundgelegenen Po liegen musste. Sie schaute mich daraufhin an als wenn ich sterben sollte und sagte: " Wenn Sie mehr aufstehen würden und sich bewegen würden wären Sie auch nicht Wund gelegen und überhaupt stellen Sie sich sehr an." Mir fielen fast die Augen aus dem Kopf! Ich äußerte das ich mit mehr Schmerzmitteln mich auch mehr bewegen könnte, aber trotzdem könnte ich meinen linken Arm nicht weit heben und deswegen ist mehr Bewegung des Armes auch nicht möglich. Ihre Aussage daraufhin war:" Wenn Sie den Arm höher als die Schmerzgrenze heben dann tut es ja auch nicht mehr so doll weh. Sie stellen sich ziemlich an." BÄHM dachte ich was hat sie gesagt? Meine Wut schlug sofort in Trauer um und ich rief tränenüberströmt meine Mutter an. Bis auf die tolle Bemerkung mit dem Arm durfte ich mir die Sätze nachmittags allerdings auch von meiner Ärztin anhören. Ist klar keinem von denen wurde mal ein Schlauch an die Seite genäht der auch noch von den Rippen bis hoch zum Schlüsselbein sich über die Lunge zieht. 

 Ja so kam es das ich trozig weiter liegen blieb und nix getan habe bis auf meine Pysiotherapie. Und was soll ich euch sagen, die Drenage wurde planmäßig am 3. Tag der OP gezogen und alles ist super. Nach dem ziehen hatten die Schwestern in meinem Zimmer nichts mehr zu sagen. Ich machte mein Bett und ich hielt alles sauber. Auch deren Hilfe lehnte ich konsequent ab und schwupp 9 Tage nach meinem Lungenriss bin ich mit leichten Wundschmerzen entlassen wprden.

 

Wie es jetzt weiter geht weiß ich nicht, aber die selbe OP lasse ich auf der rechten Seite auch noch machen. Dann weiß ich, das ich noch einmal diese Schmerzen habe und dann wohlmöglich ( 1-5%) nie wieder einen SPONTANPNEUMOTHORAX haben werde.

 

Ich danke an dieser Stelle allen die mich so tapfer in diesen schweren Stunden ünterstützt haben. Meinem Dank gilt: Robert, Steven, Gordon, Jessi, Diana und meiner Mutter. Ihr seit so wundervoll und habt mir mit kleinen Aufmerksamkeiten immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

5.2.13 11:21

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


petra (6.2.13 20:54)
es ist doch selbstverständlich das ich immer für dich da bin und dir beistehe
du bis meine tochter und ich liebe dich vom gsnzen herzen


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